29.11.2025

Fliegen ist kein Luxus – stoppt die ideologische Luftfahrtpolitik!


Der Luftverkehr ist kein Luxusgut, sondern Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Er
 verbindet Menschen, Märkte und Regionen – schnell, zuverlässig und über Grenzen
 hinweg. Deutschland profitiert wie kaum ein anderes Land von internationaler
 Mobilität. Trotzdem wird der Luftverkehr hierzulande zunehmend politisch ausgebremst.
 Hohe Steuern und Abgaben, staatliche Fehlanreize, überlange Genehmigungsverfahren und
 ein ideologisch geprägter Umgang mit Klimaschutz gefährden die Wettbewerbsfähigkeit
 des deutschen Luftverkehrsstandorts.

 Während andere europäische Länder gezielt in ihre Flughäfen investieren, Verfahren
 vereinfachen und Steuern senken, verliert Deutschland Marktanteile. Airlines
 verlagern ihre Kapazitäten ins Ausland, Routen werden gestrichen, Regionalflughäfen
 geraten in Schieflage. Die Politik behandelt den Luftverkehr häufig als
 klimapolitisches Problem, nicht als industriepolitische Chance. Dabei kann moderner
 Flugverkehr ein Treiber für Innovation, Effizienz und nachhaltige Technologien sein –
 wenn man ihn lässt.

 Die Jungen Liberalen Unterfranken begrüßen die angekündigte Senkung der
 Luftverkehrssteuer, doch sie reicht bei weitem nicht aus. Wir fordern deshalb eine
 grundlegende Neuausrichtung der deutschen Luftfahrtpolitik.
 Der Staat muss den Luftverkehr nicht gängeln, sondern ermöglichen.

 1. Luftverkehrssteuer abschaffen

 Die Luftverkehrssteuer ist ein Irrweg. Sie verteuert das Fliegen, senkt aber keine
 Emissionen. Kein anderes öffentliches Verkehrsmittel – weder Bahn, Bus noch Auto –
 wird mit einer vergleichbaren Sondersteuer belastet. Das ist eine klare
 Wettbewerbsverzerrung zulasten des Luftverkehrs.
 Während Länder wie Irland, die Niederlande oder Dänemark die Luftverkehrssteuer
 längst wieder abgeschafft haben, hält Deutschland weiter an ihr fest. Wir fordern
 ihre vollständige Abschaffung, um Mobilität bezahlbar zu halten, den Standort zu
 stärken und Innovation nicht länger zu bestrafen.

 2. Staatliche Beteiligungen an Flughäfen überprüfen

 Viele deutsche Flughäfen befinden sich in staatlicher oder teil-staatlicher Hand,
 ohne dass daraus Effizienzgewinne oder bessere Strukturen entstehen. Öffentliche
 Anteilseigner verfolgen oft politische statt betriebswirtschaftliche Ziele. Wir
 wollen, dass staatliche Beteiligungen konsequent auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft
 werden.
 Langfristig sollen Flughäfen stärker privatisiert werden, um Investitionen,
 Innovation und Kosteneffizienz zu fördern. Der Staat soll als Regulierer und Garant
 fairer Rahmenbedingungen agieren – nicht als Mitbetreiber.

 3. Personalengpässe beheben, Zuverlässigkeit sichern

 Verspätungen und Flugausfälle schaden nicht nur Passagieren, sondern auch der
 Glaubwürdigkeit des Standorts Deutschland. Viele dieser Probleme entstehen durch
 fehlendes Personal in Sicherheitskontrollen, Abfertigung und Verwaltung – also in
 Bereichen, für die staatliche oder halbstaatliche Strukturen verantwortlich sind.
 Wir fordern, dass Bund und Länder durch effizientere Planung, Digitalisierung und
 gezielte Personalaufstockung für verlässliche Abläufe sorgen. Jeder ausgefallene Flug
 ist nicht nur ein Ärgernis für Reisende, sondern verursacht hohe
 Entschädigungszahlungen für private Unternehmen – Kosten, die durch besseres
 staatliches Management vermeidbar wären.

 4. Bürokratie abbauen, Verfahren beschleunigen

 Genehmigungs- und Zulassungsverfahren im Luftverkehr dauern in Deutschland häufig
 mehrere Jahre. Das hemmt Investitionen in neue Flugzeugtypen, Routen oder
 Infrastrukturen. Wir fordern klar geregelte Fristen und digitale Prozesse, damit
 Entscheidungen innerhalb von zwölf Monaten möglich sind. Ein moderner Luftverkehr
 braucht Geschwindigkeit, nicht Stillstand durch Papier.

 5. Klimaschutz durch Innovation, nicht Verbote

 Klimaschutz im Luftverkehr ist wichtig – aber er gelingt nicht durch Steuern oder
 starre Quoten, sondern durch technische Innovation und Effizienz. Der nationale
 Sonderweg mit einer verpflichtenden e-Fuel-Beimischung ab einem bestimmten Zeitpunkt
 ist kein marktwirtschaftlicher Ansatz, sondern ein planwirtschaftlicher. Die e-Fuel
 Regelung ist durch die niedrigen Produktionskapazitäten als auch den hohen
 Marktpreisen nicht zu realisieren.
 Wir fordern, diesen Weg zu beenden und stattdessen auf europäische, technologieoffene
 Lösungen zu setzen. CO₂-Einsparungen sollen über moderne Flugzeuge, effizientere
 Betriebsabläufe und Forschung in nachhaltige Antriebe erreicht werden – nicht über
 Steuererhöhungen oder ideologisch motivierte Einschränkungen.

 6. Luftverkehr als Teil der öffentlichen Mobilität anerkennen

 Flugverkehr ist genauso öffentlicher Verkehr wie Bahn oder Bus. Wer Mobilität für
 alle fordert, darf das Fliegen nicht moralisch ausgrenzen oder politisch bestrafen.
 Standortverlust durch überzogenen Klimaschutz ist kein Fortschritt, sondern
 ökonomischer Rückschritt. Ein Land, das global handeln will, darf seine Anbindung an
 die Welt nicht selbst kappen.

 7. Mehr Ausbildungs- und Studienplätze im Bereich Luft- und Raumfahrt

 Um die Zukunftsfähigkeit des deutschen Luft- und Raumfahrtstandorts zu sichern,
 braucht es ausreichend qualifiziertes Fachpersonal. Wir fordern daher, dass Bund und
 Länder den Ausbau von Ausbildungs- und Studienkapazitäten in allen relevanten
 Bereichen gezielt fördern.

 • Ausbildungsplätze in der Luftsicherung sowie in weiteren staatlich verantworteten
 Bereichen der Luftfahrt müssen ausgeweitet werden. Nur so können Personalengpässe
 langfristig vermieden und Verspätungen sowie operative Störungen reduziert werden.

 • Studienplätze in luft- und raumfahrtbezogenen Studiengängen sind deutlich zu
 erhöhen. Dabei sollen insbesondere Lehrstühle und Institute für Luft- und
 Raumfahrtinformatik sowie Luft- und Raumfahrttechnik gestärkt und weiter ausgebaut
 werden. Gute Beispiele – wie etwa die entsprechenden Studienangebote in Würzburg –
 zeigen, dass eine solche Schwerpunktsetzung sowohl wissenschaftlich als auch
 wirtschaftlich sinnvoll ist.

 • Auch an Technischen Hochschulen und Universitäten sollen zusätzliche
 Vollstudiengänge im Bereich Luft- und Raumfahrt geschaffen werden, um den steigenden
 Bedarf der Industrie zu decken und Deutschland langfristig als innovativen
 Technologiestandort zu sichern.

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